Seit 20 Jahren – das Jubiläum wird im Dezember gefeiert – ist Manuel Espertshuber für die TEBA Kreditbank tätig. Wir haben den erfahrenen Bestandskundenbetreuer zum Blog-Interview gebeten. Unter anderem spricht er über Veränderungen in der Arbeitswelt, die Corona-Pandemie, die Vorteile der Factoring-Finanzierung für mittelständische Unternehmen und Glücksmomente in der Kundenbetreuung.
Herr Espertshuber, was macht eigentlich ein Kundenbetreuer bei der TEBA?
Ich bin der erste Ansprechpartner für die Kunden, wenn sie Wünsche haben. Meine Arbeit besteht also vor allem darin, zu verstehen, was der Kunde braucht, und Möglichkeiten zu finden, damit sich diese Wünsche im Rahmen unseres Geschäftsmodells erfüllen lassen.
Klingt nach einer spannenden Mischung aus Einfühlungsvermögen und Fachwissen …
So ist es. Wobei man sich die Fachkompetenz leichter aneignen kann. Wie man mit Kunden umgeht, dafür gibt es kein Handbuch, weil jedes Gespräch anders ist. Das Wichtigste ist für mich, immer offen und ehrlich zu sein und den Kunden als Partner zu betrachten, mit dem ich gemeinsam Lösungen erarbeite. Das hat 20 Jahre lang immer sehr gut funktioniert.
Wann haben Sie das Gefühl, Ihren Job gut gemacht zu haben?
Das lässt sich am besten anhand der Kundenbefragung beurteilen, die von der TEBA alle zwei Jahre durchgeführt wird. Wenn man da viel Lob bekommt, ist das natürlich erfreulich. Noch schöner finde ich aber die Dankbarkeit der Kunden, die uns Rückmeldungen geben wie: „Ohne euch würde es meine Firma gar nicht mehr geben, weil ich das alles allein nicht stemmen könnte.“ So wird mir immer wieder bewusst, dass ich mit meiner Arbeit einen kleinen Teil dazu beitrage, Betriebe zu erhalten und Arbeitsplätze zu sichern. Das ist ein sehr gutes Gefühl.
Ihr fachlicher Beitrag zur Unterstützung der Kunden ist Factoring. Was bedeutet dieses Finanzierungssystem für Sie?
Ich bin von Factoring komplett überzeugt. Erstens bringt es mittelständischen Unternehmen schnell Liquidität, weil sie auf ihr Geld nicht 50, 100 Tage oder noch länger warten müssen. Zweitens schützt es vor Zahlungsausfällen. Diese Sicherheit kostet Geld, das ist klar, aber das kann ich kalkulieren. Einen Ausfall von 300.000 Euro, weil ein Debitor insolvent wird, kann ich nicht kalkulieren. Insgesamt, das bestätigen auch die Kunden, ist Factoring die beste Möglichkeit zur Absicherung und Liquiditätsbeschaffung.
Sie haben in den letzten 20 Jahren einiges erlebt: die Finanzkrise 2008, die Corona-Pandemie und zuletzt die hohe Inflation aufgrund des Ukraine-Konflikts. Wie hat das Ihre Tätigkeit beeinflusst?
Corona war sicher die größte Herausforderung, auch auf einer persönlichen Ebene. Wir wussten ja alle nicht, was daraus wird, ob jetzt eine große Insolvenzwelle auf uns zukommt, ob Factoring dann noch leistbar ist und wie sich das auf unsere Arbeitsplätze auswirkt. Aber letztlich haben wir im Laufe der Pandemie sogar Kunden dazugewonnen, weil die Zahlungsmoral in dieser Phase nachgelassen hat und sich jeder absichern wollte.
Generell hat sich der Factoring-Markt zuletzt sehr gut entwickelt …
Das kann man an der Entwicklung der TEBA erkennen. Als ich hier begonnen habe, waren wir etwa 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Jetzt sind wir über 190. Das liegt auch daran, dass Factoring in der Mitte der Gesellschaft und der Wirtschaft angekommen ist. Früher musste ich Menschen noch erklären, was Factoring ist und dass das nichts mit Inkasso zu tun hat – mittlerweile ist das kaum noch nötig.
Was hat sich sonst noch bei der TEBA verändert?
Durch unser rasches Wachstum haben sich die internen Abläufe verändert. Bei 40 Leuten kennt jeder jeden und die interne Kommunikation findet quasi am Gang statt – so funktioniert das jetzt natürlich nicht mehr. Aber auch die Digitalisierung ist ein wichtiges Thema bei uns. 99,5 Prozent unserer Kunden wickeln mittlerweile alles digital ab, schicken uns ihre Rechnungen zumindest per Mail, haben aber oft schon komplett auf E-Rechnungen umgestellt. Wobei wir niemanden dazu zwingen. Ich habe zum Beispiel einen langjährigen Kunden, der seine Rechnungen noch immer mit der Schreibmaschine schreibt und sich nicht mehr umstellen will. Auch das ist bei uns möglich, aber insgesamt hat die Digitalisierung für die Kunden Vorteile, weil sie ihr Geld noch schneller bekommen.
Was muss jemand mitbringen, der in Ihre Fußstapfen treten und Kundenbetreuer bei der TEBA Kreditbank werden will?
Er sollte jedenfalls nicht auf den Mund gefallen sein. Ansonsten hat es viel mit Erfahrung zu tun. Wenn man schon mal in einer Situation war, tut man sich klarerweise leichter damit, deshalb biete ich neuen Kollegen auch immer gerne meine Hilfe an.
Wird das auch in Zukunft so bleiben oder können Sie sich noch vorstellen, einen anderen beruflichen Weg einzuschlagen?
Mit 39 sollte man noch nichts ausschließen, aber TEBA ist jedenfalls ein Top-Arbeitgeber, den ich nur empfehlen kann. Wenn die Arbeit passt, hat man viele Freiräume, was Gleitzeit und Homeoffice betrifft. Wenn man wie ich zwei kleine Kinder hat, ist das ein großer Vorteil. Dazu kommt die sehr angenehme, familiäre Atmosphäre bei uns. Wenn das alles so bleibt, würde ich hier ohne Bedenken einen Rentenvertrag unterschreiben.